Im letzten Konzert im Zyklus „Die große Symphonie“ im Großen Saal im Wiener Musikverein am 11. Juni 2026 steht Krzysztof Urbanski am Pult der Wiener Symphoniker.
Für „Le sacre du printemps. Bilder aus dem heidnischen Russland“ von Igor Strawinsky stellen Dirigent und Orchester eine hervorragende Kombination dar. Das Orchester agiert höchst animiert und motiviert, man sieht der Formation die Freude, diesen genialen Klassiker der Moderne spielen zu dürfen, förmlich an. Das an diesem Abend in allen Instruementengruppen hervorragend aufgestellte Orchester verströmt einen exzellenten, klaren, transparenten, großen Klang, Urbanski setzt auf Präzision und berstende Spannung wie stampfende Rhythmik. Schärfe, Grelle, starke Orchesterfarben, weißglühende Hitze im Überfluss, wo angebracht, dominieren diese Interpretation. Das Publikum dankt mit langanhaltendem Applaus.
Nach dem kurzen „Scherzo“ für Orchster fis-moll op. 1 von Dmitri Schostakowitsch ganz zu Beginn des Konzertes ist im Konzert für Violoncello und Orchester e-moll op. 85 von Sir Edward Elgar vor der Pause Pablo Ferrández der Solist. In diesem resignativen Werk unterstützt das Orchester den Solisten – und selten hört man das so deutlich wie an diesem Abend, wenn Ferrández auf seinem einfach nur herrlichen Instrument, dem überaus klangvollen Stradivari-Violoncello „Archinto“ aus 1689, förmlich zu suchen, zu klagen und zu weinen scheint. Nach dieser getragenen, ungemein intensiven Interpretation spenden Publikum und Orchester dem Solisten langen Beifall, der sich mit einer Zugabe, dem mittlerweile schon gewohnten „Song of the birds“ von Pablo Casals, bedankt.