Musik von Jean Sibelius und Olivier Messiaen neuveröffentlicht auf Vinyl

Besondere Aufnahmen aus den 1970er Jahren neuveröffentlicht auf Vinyl © Thomas Rauchenwald

Pinchas Zukerman und Daniel Barenboim zählten in den frühen 1970er Jahren zu den spannendsten jungen Musikern ihrer Generation. Im Dezember 1974 haben die beiden in London mit dem London Philharmonic Orchestra für die Deutsche Grammophon Gesellschaft das Konzert für Violine und Orchester d-moll op. 47 aufgenommen, die Einspielung wurde nun vom Gelblabel im Rahmen der Serie THE ORIGINAL SOURCE auf Vinyl wiederveröffentlicht. Und vor allem Pinchas Zukerman zeigt auf dieser Platte, warum er einer der führenden Violinisten seiner Zeit war, meistert er doch alle technischen Schwierigkeiten des Soloparts dieses Konzertes bravourös, faszinierend sein schlackenloser, überaus gefühlvoller, dennoch voller Geigenton. Gemeinsam mit Barenboim sind da zwei Musiker am Werk, die aufeinander hören, miteinander atmen und sich ganz der Magie der Musik hingeben. Einfach eine wunderbare Aufnahme, Zukerman in Bestform und in seiner absoluten Blütezeit. Ergänzt wird Sibelius‘ Konzert auf der Platte von den beiden Romanzen für Violine und Orchester von Ludwig van Beethoven – Nr. 1 G-Dur op. 40 und Nr. 2 F-Dur op. 50.

Jean Sibelius, Violinkonzert d-moll op. 47; Ludwig van Beethoven, Romanzen für Violine und Orchester Nr. 1 und 2. Pinchas Zukerman, Violine; London Philharmonic Orchestra, Daniel Barenboim, DGG 2530 552, Limited Edition 2906/4000.

 

Musik, die in den Schlaf wiegt und die singt, die aus neuem Blut besteht, aus sprechenden Gesten, einem unbekannten Duft, einem nicht schlafenden Vogel; Musik aus bunten Kirchenfenstern, ein Wirbel von Komplementärfarben, ein theologischer Regenbogen.“ Diese persönliche Definition des Komponisten Olivier Messiaen verweist sowohl auf die rein musikalischen als auch auf die außermusikalischen Eigenschaften, die er von sich selbst fordert und seinen Werken zuschreibt. Sie dient auch als kurzes Resümee eines der wichtigsten Werke, die der große Avantgardist in seiner ersten großen Schaffensperiode schuf, das Quatuor pour la Fin du Temps, für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Unter Messiaens persönlicher Aufsicht entstanden, begeistert die im April 1978 in Paris entstandene Einspielung, nun von der DGG ebenfalls im Rahmen der Serie THE ORIGINAL SOURCE auf Vinyl wiederveröffentlicht, nach wie vor. Neben Daniel Barenboim als Pianisten musizieren Luben Yordanoff (Violine), Albert Tètard (Violoncello) und Claude Desurmont (Klarinette). Die intensive wie zart transparente Aufnahme ist überaus gelungen, Messiaens Werk wird zugleich dramatisch, melancholisch und tieftraurig interpretiert. Und eignet sich die Platte auch hervorragend als Einstieg für Menschen, die sich mit neuer Musik auseinandersetzen wollen.

Olivier Messiaen, QUATUOR POUR LA FIN DU TEMPS. Luben Yordanoff, Albert Tètard, Claude Desurmont, Daniel Barenboim, DGG 2531 093, Limited Edition 0612/3500.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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