Ludwig van Beethoven (1770-1827) hat 1804 seine Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 beendet und erlebte die „Eroica“ im Jänner 1805 in Wien ihre Uraufführung. Mit diesem revolutionären Werk hat der Komponist die symphonische Form stark erweitert, anstelle des üblichen Menuetts steht im dritten Satz erstmals ein Scherzo.
Zu seinem Lebenswerk gehören zahlreiche Schallplatteneinspielungen und hat der große Dirigent Carlo Maria Giulini (1914-2005) mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra mit seiner Einspielung des genannten Werkes vom November 1978 in Los Angeles eine Referenzaufnahme vorgelegt. An Tiefgang ist diese bewegende Interpretation kaum zu übertreffen, die amerikanische Formation spielt und besticht unter seiner Stabführung mit einer außerordentlichen Orchesterkultur.
Zudem ist Giulinis Deutung ungemein majestätisch und regelrecht tragisch, gleicht einem, vor Innenspannung beinahe berstenden, langsamen Strom: wenn man eine solche Gangart mag, wird man beim Hören auf das Reichste beschenkt.
Auch die Klangqualität ist einfach exzellent. Vorherrschend ist ein warmer, transparenter, gestaffelter Sound, der durch keine Verzerrung der inneren Rillen beeinträchtigt ist – es war sehr klug, die Aufnahme auf drei Plattenseiten zu verteilen.
Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, „Eroica“, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Carlo Maria Giulini, DGG, 2531 123, Limited Edition 2241/350
Herbert von Karajan (1908-1989) wollte für seine Aufnahme von der Tetralogie DER RING DES NIBELUNGEN von Richard Wagner (1813-1883) SängerInnen, die über eine deutliche Artikulation wie einen neutralen Stimmklang verfügen. Was den Orchesterklang betrifft, verfolgte er einen Ansatz, der neben orchestraler Brillanz, Transparenz und Strahlkraft vor allem Struktur, Lyrik und Schönheit aufweist.
Mit Ausnahme von Dietrich Fischer-Dieskau als Wotan, der sich in der Rolle bisweilen zwar ganz achtbar schlägt, wie schade, dass Karajan damals nicht bereits der würdevoll erhabene Thomas Stewart für den Göttervater zur Verfügung stand, erfüllen alle SängerInnen in seiner im Dezember 1967 in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin entstandenen Aufnahme vom Vorabend zur Tetralogie, DAS RHEINGOLD, die von ihm gewünschten, geforderten Voraussetzungen. Josephine Veasey ist eine stimmlich höchst attraktive Fricka, Gerhard Stolze mit wortdeutlichstem Charaktertenor ein zynisch hinterhältiger Loge, Zoltan Kelemen ein düster brütender, dämonisch lüsterner Alberich, herrlich auch die beiden Riesen Fasolt und Fafner, denen Martti Talvela und Karl Ridderbusch ihre tollen, tiefen Bässe leihen. Über eine reiche, satte Altstimme verfügt Oralia Dominguez als Erda.
Das Orchesterspiel der Berliner Philharmoniker mit den geschmeidigen bzw. satten Streichern, dem abgetönten, herrlichen Holz und dem runden, strahlenden Blech ist einfach superb, unübertrefflich, unerreicht. Ein Orchester mit einer derartigen Präsenz wie höchst differenzierten Klangpalette muss man suchen. Obwohl Wagners Riesenpartitur damals für das Orchester Neuland war, ist das Ergebnis kostbar, raffiniert, vielschichtig – auf höchstem Niveau.
Die nun in der Original Source Serie der DGG erschienene Aufnahme verfügt über einen exzellenten, weil höchsten audiophilen, einfach sensationellen Klang. Endlich kann man Karajans definitive Aufnahme in jener verbesserten Klangqualität hören, genießen, die sie sich einfach verdient – wärmer, direkter, dynamischer, vielfarbiger, vielschichtiger, klarer, natürlicher, räumlicher. Zudem ist in dieser Neuausgabe auf Vinyl die Balance zwischen Stimmen und Orchester fantastisch ausgewogen.
Richard Wagner, DAS RHEINGOLD. Vorabend zum Bühnenfestspiel DER RING DES NIBELUNGEN, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan, DGG 486 8358, Limited Edition 1290/2500.