Klassiker der Moderne aus Italien und Russland auf Vinyl

Respighi unter Ozawa und Strawinsky unter Abbado auf DGG Vinyl © Thomas Rauchenwald

Die symphonischen Dichtungen PINI DI ROMA (uraufgeführt 1924 in Rom), FESTE ROMANE (uraufgeführt 1929 in New York) und FONTANE DI ROMA (uraufgeführt 1917 in Rom) von Ottorino Respighi (1879-1936) sind eine triptychonartige Hommage des aus Bologna stammenden Komponisten an seine Wahlheimat Rom, kolossale Orchestergemälde, in denen ein aufwändiger, koloristisch akzentuierter Orchesterstil dominiert, der, völlig tonal, kirchentonale Wendungen einbezieht, und auch modernistische Elemente nicht ausspart.

Aufgenommen im Oktober 1977 in Boston, können die Versionen von Seiji Ozawa (1935-2024) mit dem Boston Symphony Orchestra auch heute noch als Referenz gelten.

Keine Interpretation wirkt so natürlich wie gleichsam präzise als diese exquisite von Ozawa, mit dem räumlichen, klanglich delikaten Sound von Boston Symphony, einem perfekten Klangkörper mit höchster orchestraler Präzision. Diese Deutung ist nie oberflächlich, sondern immer genau durchdacht, vom Dirigenten zelebriert und, wo erforderlich, zu Höchstspannung und entfesselter Klangentfaltung gebracht.

Was soll man hervorheben? Die stimmigen „Pini“ mit rauschhaft gigantischer Steigerung am Schluss? Das immanente Feuerwerk der „Feste“? Oder doch die feinsinnig, fließend bewegten „Fontane“? Allesamt höchst spannende Interpretationen.

Ottorino Respighi, PINI DI ROMA, FESTE ROMANE, FONTANE DI ROMA, Boston Symphony Orchestra, Seiji Ozawa, DGG 2530 890, Limited Edition 0149/3500

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PETRUSCHKA, das 1911 in Paris durch die Balletts Russes uraufgeführte Ballett in vier Bildern von Igor Strawinsky (1882-1971) ist ein bizarres Stück, stellt gewiss ein Meisterwerk der russischen Musik dar, und gilt als Höhepunkt des neurussischen Charakterballetts von Sergej Diaghilew und Michel Fokine.

Aufgenommen im September 1980 in London, besticht die Einspielung von Claudio Abbado (1933-2014) mit dem London Symphony Orchestra nach wie vor, herausragend sind die Klarheit der Aufnahme und Abbados sorgfältige Ausbalancierung, sodass die mannigfaltige Orchestrierung Strawinskys besonders deutlich zu Tage tritt.

Strawinskys außergewöhnliche, ja köstliche wie schmerzvolle Partitur präsentiert Abbado mit dem wunderbaren Orchester charaktervoll, raffiniert, lebendig wie energisch. Starke Rhythmik steht neben feiner Lyrik, orchestraler Fluss neben Momenten der Stille – eine durch und durch faszinierende Version, die einzigartige Handschrift Strawinsky unterstreichend.

Igor Strawinsky, PETRUSCHKA, London Symphony Orchestra, Claudio Abbado, DGG 2532 010 – Limited Edition 2733/3500.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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