Chopin gespielt von Pollini, Prokofieff dirigiert von Abbado in THE ORIGINAL SOURCE der DGG

Polonaisen von Chopin und Orchestersuiten von Prokofieff bei der DGG auf Vinyl neu erschienen - herausragende Aufnahmen von Maurizio Pollini und Claudio Abbado aus den 1970er Jahren © Thomas Rauchenwald

Die Aufnahmen von Maurizio Pollini der Polonaisen von Federic Chopin vom November 1975, im Wiener Musikverein eingespielt, haben Kultstatus und wurden nun als Teil der Original Source Serie von der DGG wiederveröffentlicht.

Pollinis Spiel ist klar und kraftvoll zugleich, konzentriert, konsequent, und auch poetisch subtil. Geprägt sowohl von herausragender Beherrschung als auch von subtiler Poesie. Wenn es so etwas wie leidenschaftliche Kühle am Klavier gibt, dann ist es diese transparent noble Interpretation. Dazu kommen noch rhythmische Präzision und technische Perfektion, die diese Einspielung auszeichnen.

Die herben Charakteristika der Werke werden durch das gezügelt leidenschaftliche Spiel Pollinis deutlich herausgearbeitet, sodass die Stücke schlicht und schlackenlos erklingen. Immer wieder ein Ohrenschmaus – besonders herausragend die als „Heroische“ bezeichnete Nr. 6, wo Pollini mit elegischer Lyrik wie strahlend ritterlichem Glanz nahezu besticht.

Frederic Chopin, Polonaisen, Nr. 1 cis-moll op. 26 Nr. 1, Nr. 2 es-moll op. 26 Nr. 2, Nr. 3 A-Dur op. 40 Nr. 1 “Militär”, Nr. 4 c-moll op. 40 Nr. 2, Nr. 5 fis-moll op. 44, Nr. 6 As-Dur op. 53 „Heroische“, Polonaise-Fantasie As-Dur op. 61; Maurizio Pollini, Klavier; DGG 2530 659, Limited Edition 3481/3700.

Sergej Prokofieff hat seine „Skythische Suite“ op. 20 im Jahr 1914 vollendet, bevor er seiner Heimat den Rücken kehrte, seine symphonische Suite “Leutnant Kijè“ op. 60 wurde 1933 nach seiner Rückkehr nach Russland komponiert. Beide Suiten stehen nicht nur an biographischen Wendepunkten, sondern sind auch von unterschiedlicher Kunstauffassung geprägt, dominiert im früheren Werk doch Chromatik, in der späteren, modernistischen Komposition, die im Stile von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“steht, Archaik und Diatonik.

Audiophil lässt die Neuveröffentlichung in der DGG – Original Source Serie nicht die geringsten Wünsche offen, hört man doch eine nahezu überwältigende (orchestrale) Dynamik. Die leisen, ruhigen Momente kommen genau so gut zur Geltung wie die perfekt ausbalancierten Bläserstellen und der volle, geschärfte Orchesterklang. Kraftvoll, weiträumig, fesselnd klingen die im Februar 1977 in der Symphony Hall in Chicago entstandenen Einspielungen von Claudio Abbado mit dem Chicago Symphony Orchestra: Interpretation, Orchesterspiel und Aufnahmequalität halten sich die Waage.

Sergej Prokofieff, „Skythische Suite“ op. 20, “Leutnant Kijè Suite op. 60, Chicago Symphony Orchestra, Claudio Abbado; DGG 2530 967, Limited Edition 2954/3600.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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