Noch eine ausgezeichnete junge Formation im Wiener Konzerthaus – das LEONKORO QUARTETT

Das junge LEONKORO QUARTETT im Schubert-Saal im Wiener Konzerthaus © Thomas Rauchenwald

Den Streichquartettzyklus „string.“ Im Schubert-Saal im Wiener Konzerthaus 2026 gestalten das Simply Quartet und das Leonkoro Quartett gemeinsam und wird das vierte Konzert am 15. April 2026 vom LEONKORO QUARTETT gespielt. Nach dem Ausscheiden von Amelie Wallner 2025 hat nun Emiri Kakiuchi den Part der zweiten Violine übernommen. Sie und ihre PartnerInnen – die Brüder Jonathan Schwarz (erste Violine) und Lukas Schwarz (Violoncello) sowie Mayu Konoe (Viola) – zeigen an diesem frühen Abend, was in ihnen steckt. Auf dem Programm stehen Werke von Erwin Schulhoff und Ludwig van Beethoven.

Zum Auftakt die – etwas schrägen – „Fünf Stücke für Streichquartett“ von Erwin Schulhoff: Musik mit einer vielfältigen Klangwelt, die mit impressionistischen, dadaistischen und jazzigen Klängen an die Moderne anklopft, betont tänzerisch, aus der Feder eines leidenschaftlichen Tänzers.

Eines der größten Werke für das Genre, wenn nicht gar das größte Opus überhaupt, stellt das siebensätzige Streichquartett cis-moll op. 131 von Ludwig van Beethoven dar, ein für die Ausführenden wie für das Auditorium extrem forderndes Werk. Die junge Formation nähert und interpretiert diesen Monolithen der Quartettliteratur mit der erforderlichen Ehrfurcht. Und mögen die jungen MusikerInnen diese gigantische Komposition – noch – nicht komplett in all‘ ihren vielschichtigen Dimensionen ausloten, begeistern, beeindrucken sie bei ihrer Spurensuche zum Kern dieses Werkes mit hoher Musikalität, Begeisterung, Leidenschaft und Tiefgang.

Sehr erfreulich ist der hohe Anteil junger BesucherInnen in diesem Konzert. Nach starkem Beifall gibt es nach diesem Gipfelwerk naturgemäß keine Zugabe. Man darf sich aber auch von dieser ausgezeichneten, jungen Formation noch einiges erwarten.

In der kommenden Saison 2026/27 übersiedeln das Leonkoro Quartett und das Simply Quartet mit ihrem gemeinsamen Zyklus in den Mozart-Saal als Nachfolger des Hagen Quartetts, das mit dieser Saison seine Tätigkeit beenden wird. Auf den Zyklus „Leonkoro und Simply“ darf man schon sehr gespannt sein.

Übrigens ist „Leonkoro“ – aus dem Esperanto „Löwenherz“ – kein zufälliger Verweis auf Astrid Lindgrens Kinderbuch über zwei Brüder, eine Geschichte, die ein herzhaftes Gefühl von Trost gegen die schwere Realität des Todes stellt: ein Thema, das auch in vielen Teilen des Streichquartett-Repertoires erkundet wird.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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