Eine höchst spannende „Auferstehung“ – Gustavo Dudamel mit Mahlers II. Symphonie in Salzburg

Gustavo Dudamel dirigiert Gustav Mahlers II. Symphonie bei den Salzburger Festspielen © Marco Borrelli

Noch als Teil der den Salzburger Festspielen mittlerweile schon traditionell vorangestellten OUVERTURE SPIRITUELLE spielen die Wiener Philharmoniker ihr erstes Konzertprogramm an der Salzach und haben zur zwischen 1888 und 1894 entstandenen, 1895 unter der Leitung des Komponisten in Berlin von den Berliner Philharmonikern uraufgeführten Symphonie Nr. 2 c-moll – „Auferstehung“ Gustavo Dudamel ans Pult gebeten.

Und der vom venezolanischen Jugendprogramm El Sistema geprägte Musiker, der mittlerweile zu einem pop-kulturellen Phänomen geworden ist, begeistert am Abend des 27. Juli 2026 im Großen Festspielhaus mit einer auswendig dirigierten, höchst leidenschaftlichen, stark emotionalen, an Leonard Bernstein erinnernden Interpretation des monumentalen Werkes.

Den düsteren ersten Satz voller Verzweiflung nimmt er sehr rasch, ungemein schroff, konsequent führt er das sehr gut aufgestellte Orchester durch Mahlers Kosmos. In den Folgesätzen trifft er des Komponisten träumerische, gespenstische, ja groteske Bilder auf den Punkt. Im vierten Satz – „Urlicht“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ – ist die herb kühle Stimme von Nadezhda Karyazina nicht wirklich festspielwürdig, zu textunverständlich singt die russisch-schweizerische Mezzosopranistin; besser agiert da im Finalsatz die chinesische Sopranistin Ying Fang.

Dieser abschließende Satz bringt dann eine durch und durch intensive, ungemein spannend aufgebaute Darstellung des Jüngsten Gerichts. In Bestform liefert dazu der von Johannes Prinz eistudierte Wiener Singverein plastisch differenzierten Chorgesang vom Allerfeinsten. Die monumental geschilderte Auferstehung wird triumphal, feierlich beschworen, nach der überwältigenden Wirkung gibt es standing ovations für die Ausführenden.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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