Eine kurze Reise nach Amsterdam führt SIMPLY CLASSIC auch in den altehrwürdigen Großen Saal des Concertgebouw, in dessen räumlich warmer Akustik der bronze-ockerfarbene Klang des Koninklijk Concertgebouw Orkest besonders überzeugend zur Geltung kommt.
Als Hauptwerk des Konzertes am 19. Februar 2026 im Concertgebouw Amsterdam erklingt nach der Pause die im Dezember 1953 von Jewgeni Mrawinski in Leningrad uraufgeführte Symphonie Nr. 10 e-moll op. 93 von Dmitri Schostakowitsch. Bei seinem Debüt mit dem Concertgebouw Orkest interpretiert der 1980 in Venezuela geborene Dirigent Rafael Payare das Werk klar, scharf, streng und analytisch: er wählt überzeugende Tempi, setzt auf eine spannungsgeladene Wiedergabe vom Anfang bis zum Schluss. Schostakowitschs grotesker Sarkasmus kommt besonders gut zum Ausdruck, das Werk erklingt aber auch in seiner ganzen Kraft wie Bombastik. Die überaus gelungene Wiedergabe wird vom Publikum zu Recht heftig akklamiert.
Vor der Pause beginnt das Konzert zunächst mit dem fließend sanften „Märchengedicht“ von Sofia Gubaidulina aus dem Jahr 1971, eine Erstaufführung des Orchesters.
Dann ist das selten gespielte Konzert für Violine und Orchester von Frank Martin zu hören, ein eher lyrisches Werk. Frank Peter Zimmermann spielt es auf seiner legendären, ehemals Fritz Kreisler gehörenden Stradivari „Lady Inchiquin“ von 1711 mit vollkommener Hingabe, wobei sich die Solovioline über den warmen Orchesterklang mit fast schon hypnotischer Wirkung erhebt. Dem Publikumsjubel folgen noch zwei Zugaben: „Der Erlkönig“ von Franz Schubert und die „Ouverture francaise“ von Johann Sebastian Bach, jeweils in einer Fassung für Solovioline.