Klaus Mäkelä mit französischer Symphonik im Wiener Konzerthaus

Klaus Mäkelä und das Orchestre de Paris im Wiener Konzerthaus © Thomas Rauchenwald

Im Zyklus „Meisterwerke“ gastiert Klaus Mäkelä mit dem Orchestre de Paris, Frankreichs führendem Symphonieorchester mit französischer Tradition und spezieller Klangfarbe, bei dem er seit 2021 die Position des Musikdirektors bekleidet, im Wiener Konzerthaus. Auf dem kurzen Programm stehen zwei Symphonien aus Frankreich.

Ein wenig mag sie an Brahms, Liszt und Wagner erinnern, und ist die Grundstimmung des Hauptwerkes am 21. März 2026 im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ernst, grüblerisch, schwermütig, romantisch, aber im Gegensatz zum deutschen Repertoire auch farbiger, gefälliger, lichter: die Symphonie d-moll op. 48, entstanden 1886 bis 1888, aus der Feder von Cèsar Franck. Bei einem so energetisch vitalen, begeistert leidenschaftlichen Vollblutmusiker wie Klaus Mäkelä und den mit stark leuchtenden Orchesterfarben groß aufspielenden Pariser Orchester ist das schöne Werk in den allerbesten Händen. Die Interpretation ist von romantischem Überschwang gekennzeichnet, nach einigen Zerklüftungen findet man zu einem – werkimmanenten – hehr-heroischen, feierlichen wie ausgelassenen Ausklang. Mäkeläs Deutung mit „seinem“ Pariser Orchester beeindruckt: selten hört man das in unseren Breiten wenig gespielte Werk derart nuancen- wie kontrastreich, gepaart mit einer hervorragenden Orchesterleistung, dazu betörende Soli. Das Publikum jubelt dem jungen Dirigenten lautstark zu.

Zum Auftakt gab’s vor der Pause noch die Symphonie Nr. 1 C-Dur, entstanden 1855, von Georges Bizet, ein Jugendwerk eines Frühbegabten. Ungemein geschmeidig phrasiert kommt das Stück an diesem Abend daher, Klaus Mäkelä verleiht dem Werk eine selten bedeutungsvolle Tiefe, belässt ihm aber auch seine spritzige Eleganz, seinen tänzerischen Elan wie graziös verspielten Charme.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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