Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit frühreifen Meisterwerken großer Komponisten im Wiener Konzerthaus

Paavo Järvi, Alena Baeva und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen im Wiener Konzerthaus © Thomas Rauchenwald

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter ihrem künstlerischen Leiter Paavo Järvi setzt auf das Programm ihres Konzertes am 13. Dezember 2025 im Wiener Konzerthaus drei Jugendwerke zweier großer Komponisten.

Den Beginn macht die Symphonie Nr. 5 B-Dur D 485, entstanden 1816, von Franz Schubert – ein gelöstes, stark an Wolfgang Amadeus Mozart gemahnendes Werk. Mit der Symphonie Nr. 6 C-Dur D 589 „Kleine C-Dur“, entstanden 1817/1818, ebenfalls von Franz Schubert, findet das Konzert einen heiter spritzigen Kehraus, ein Werk, das auf Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Gioacchino Rossini Bezug nimmt, letztgenannter Komponist hatte ja ab 1816 Wien in rauschhafte Begeisterung gestoßen. Das feine, delikate, spannungsgeladene Orchesterspiel und Järvis Dirigat treffen den Ton der beiden anspruchslosen, unkomplizierten Werke höchst trefflich: exzellent die schwärmerischen Melodien in symphonischem Gewand der fünften, überragend, stark und forsch, den jugendlichen Überschwang der bereits männlichen Charakter aufweisenden sechsten Symphonie Schuberts. Als Zugabe für das heftig akklamierende Publikums gibt’s Ellens Gesang III D 839 „Ave Maria“ in einer Bearbeitung für Violine und Streicher von Josè Wellington und Sousa de Castro.

Vor der Pause erklingt noch das 1880-1882 entstandene Konzert für Violine und Orchester d-moll op. 8 von Richard Strauss, ein sehr selten gespieltes Werk. Spätromantisch, gut klingend, noch konventionell, zwischendurch blitzt aber bereits der überragende Klangsensualist auf: hervorragend begleitet vom Orchester unter dem vielseitigen Dirigenten lässt die aus Kirgisistan stammenden Geigerin Alena Baeva eine sehr schöne, höchst überzeugende Wiedergabe hören. Ihrer „ex-William Kroll“ Guarneri des Gesù von 1738 entlockt sie wunderbare, unaufdringliche Töne, lässt auch die nötige Virtuosität nicht vermissen: die früh vollendete Kompositionstechnik wie der jugendfrische Elan des Werkes vermittelt die Solistin derart vorzüglich. Als kleine Zugabe gab’s noch Aldo (Duetti per due violini) von Luciano Berio.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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