DER ROSENKAVALIER wieder an der Wiener Volksoper

Hedwig Ritter (Marschallin) und Annelie Sophie Müller (Octavian) an der Wiener Volksoper © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Die Wiener Volksoper zeigt als Wiederaufnahme in einer Aufführungsserie die Komödie für Musik in drei Aufzügen DER ROSENKAVALIER mit der Musik von Richard Strauss und dem Text von Hugo von Hofmannsthal. Die Produktion, eine Übernahme von der Oper Bonn, kam bereits im Oktober 2021 zur Premiere, die Inszenierung und das Licht stammen von Josef Ernst Köpplinger, unterstützt von Johannes Leiacker (Bühnenbild), Dagmar Morell (Kostüme) und Christoph Wagner-Trenkwitz (Dramaturgie). Die letzte Aufführung der Serie am 14. Februar 2026 erweist sich als reinste Freude für Auge und Ohr.

Köpplinger lässt das Stück in seiner Entstehungszeit spielen, also um 1911. Bühnenbild und Kostüme geraten äußerst geschmackvoll, ästhetisch, die famose Lichtregie schafft überaus stimmige Momente. Personenführung und Personenregie sind superb, diese Regiearbeit ist reich an Gestik und Mimik, ungemein viele Details der Handlung werden offengelegt. Köpplinger erreicht mit seiner Version dieser „großen österreichischen Komödie“, wie er das Stück selbst bezeichnet, die Herzen des Publikums ohne Verfremdungen, Rahmenhandlungen oder begleitende Choreografien. Die Inszenierung ist ganz aus der herrlichen Musik heraus entwickelt, der Regisseur hat Menschen auf die Bühne gestellt, was im heute ausufernden Regietheater keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Und auch musikalisch ist diese Aufführung ein Glücksfall. Das sehr gut disponierte Orchester der Wiener Volksoper zeigt unter der Leitung von Alexander Joel, was es kann und findet zu einer schwungvoll schwebenden Umsetzung der Partitur. Joel am Pult setzt kräftige Akzente, atmet aber auch wunderbar mit den SängerInnen.

Die Besetzung an diesem Abend ist hervorragend. Hedwig Ritter gibt mit silbrig schimmerndem Sopran eine bewegende Feldmarschallin, die melancholische Lebensreife dieser Rolle klingt bei dieser jungen Sängerin bereits durch. Annelie Sophie Müller trumpft als leidenschaftlich viriler Graf Octavian auf, Lauren Urquhart ist eine höhensichere Sophie mit Jungmädchencharme – die drei Stimmen mischen sich hervorragend im Terzett im dritten Akt. Albert Pesendorfer steuert einen großstimmigen, saftig derben Baron Ochs auf Lerchenau bei. Auffällig die sehr gut besetzen kleinen Rollen – Markus Eiche (Herr von Faninal), Ulrike Steinsky (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Norbert Ernst (Valzacchi), Daniel Ohlenschläger (Polizeikommissar), Carsten Süss (Haushofmeister bei Faninal) und Timothy Fallon (Sänger).

Publikumsjubel an der Volksoper nach viereinviertel beglückenden Stunden, die im Fluge vergangen sind.

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Portait Thomas Rauchenwald
Thomas Rauchenwald
Autor des Blogs „Simply Classic“

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