Mit den Zielen eines neuen Wahrzeichens für die Hansestadt Hamburg sowie eines „Kulturdenkmals für alle“ wurde die Elbphilharmonie, umgangssprachlich liebevoll „Elphi“ genannt, im Januar 2017 als Konzerthaus mit vielfältigem Programm im Stadtteil HafenCity eröffnet. Generalintendant der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle ist seit 2007 der Österreicher Christoph Lieben-Seutter.
Das Gebäude mit 110 Metern Höhe wurde unter Einbeziehung der Hülle des früheren Kaispeichers A aus 1963 errichtet: auf diesem Sockel wurde ein moderner Aufbau mit einer Glasfassade gesetzt, die an Eisberge, Segel und Wasserwellen bzw. einen Quarzkristall erinnern soll und von der neugotischen Backsteinarchitektur geprägt ist. Entwurf und Planung der Philharmonie stammen im Wesentlichen vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel.
Die Elbphilharmonie hat drei Säle: den großen Konzertsaal mit 2100 Sitzplätzen, einen Kleinen Saal mit 550 Plätzen für Kammermusik sowie einen dritten Saal, das Kaistudio 1, mit 170 Sitzplätzen.
Der Große Saal, das Herzstück der ELPHI, mit 25 Metern Höhe, folgt dem Prinzip einer „Weinberg-Architektur“, die auf den Architekten Hans Scharoun und seinen Entwurf der Berliner Philharmonie aus 1957 zurückgeht. Bei dieser Bauweise liegt die Bühne leicht versetzt in der Mitte des Saals, während sich die weinbergartig nach oben ansteigenden Rängen darum herum gruppieren. In der Elbphilharmonie ist kein Sitzplatz weiter als 30 Meter vom Dirigentenpult entfernt.
Um die bestmögliche Klangwirkung für diesen speziellen Raum zu erreichen, wurde der international renommierte, japanische Akustiker Yasuhisa Toyota engagiert, dessen Firma bereits die Raumklangkonzepte von mehr als fünfzig anderen Konzerthäusern und Konzerthallen weltweit erstellt hat, darunter die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, die Philharmonie de Paris, die Suntory Hall in Tokio und die renovierte Konzerthalle im Sydney Opera House.
Die Akustik im Großen Saal wird einerseits hochgelobt, andererseits auch viel gescholten, am besten macht man sich selbst ein Bild davon. In Etage 15, Bereich M, Reihe 3, kommt sie angenehm warm und kompakt daher, nie aggressiv, klar, luftig, transparent. Von diesem Bereich kann man nicht nur den Dirigenten hervorragend bei seiner Arbeit beobachten, sondern auch die Interaktionen im Orchester wunderbar miterleben. Derart gestaltete sich der Besuch einer Aufführung der Symphonie Nr. 8 von Anton Bruckner mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter seinem designierten Chefdirigenten Klaus Mäkelä am 11. Februar 2026 zum eindrucksvollen Musikerlebnis. Eine Rezension dieses Konzertes ist auf SIMPLY CLASSIC bereits veröffentlicht.